In der vergangenen Nacht war auch der Güterverkehr auf der Schiene massiv vom bundesweiten Ausfall des digitalen Zugfunks GSM-R betroffen.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin der GÜTERBAHNEN, ordnet die Lage ein: „Güterbahnen fahren vor allem nachts, darum sind sie besonders stark von der Störung betroffen. Seit Mitternacht rollen zwar vereinzelt wieder Züge. Circa die Hälfte unserer Güterzüge steht aber verteilt im Land und an den Grenzen noch immer still.
Die Lage ist extrem angespannt, weil Güter-, Nah- und Fernverkehr gleichzeitig auf Weiterfahrt warten. Es ist momentan wie in einem überfüllten Restaurant: Ein einzelner Kellner soll gleichzeitig Bestellungen aufnehmen, Essen und Getränke bringen und abkassieren. Es wird Tage dauern, diesen Logistik-Stau abzuarbeiten.
Wir erwarten von der Deutschen Bahn jetzt eine lückenlose Aufklärung.“
Hintergründe:
Wenn ein Güterzug stehen bleibt, werden die so genannten Umläufe gestört. Mit einer simplen Abstellung ist es bei Güterzügen nicht getan. Die Unternehmen planen in eng getakteten Kreisläufen: Ein Zug bringt Ware von A nach B, nimmt dort sofort die nächsten Wagen nach C mit und der oder die Lokführer:in wechselt nach der Schicht auf den nächsten Zug zurück. Wenn jetzt auch nur ein Zug stundenlang auf freier Strecke strandet, reißt diese gesamte Kette ab.

Leiterin Kommunikation
morling@netzwerk-bahnen.de
+49 30 5314 9147-1
+49 151 555 081 83