Wettbewerb im Bahnstrommarkt sorgt inzwischen dafür, dass rund 30 Prozent der eingekauften Gigawattstunden nicht vom traditionellen Lieferanten DB Energie GmbH bezogen werden, sondern von externen Bahnstromversorgern. Eisenbahnverkehrsunternehmen können sich zwischen verschiedenen Anbietern entscheiden. Funktionierender Wettbewerb zwischen Bahnstromanbietern sorgt für mehr Preisdruck und dämpft damit den Preisanstieg. Die über das Bahnstromnetz von anderen Lieferanten als der DB Energie GmbH an Bahnunternehmen gelieferte Strommenge stieg seit der Marktöffnung auf zuletzt 3.028 Gigawattstunden im Jahr 2024, von 1.181 Gigawattstunden im Jahr 2015.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin der GÜTERBAHNEN: „Ständig steigende Monopolpreise werden so verhindert. Die Eisenbahnunternehmen und ihre Kunden sparen jedes Jahr viel Geld. Und der Markt wird Schritt für Schritt vielfältiger.“
Das ist umso wichtiger, weil die Schiene Vorreiter bei der Elektromobilität ist: Rund 95 Prozent des Schienengüterverkehrs werden unter einer Oberleitung erbracht.
Wesseln: „Die Schiene fährt elektrisch – der Lkw fährt Diesel. Da Energiekosten mehr als 20 Prozent der Betriebskosten ausmachen können, entscheiden oft die Stromkosten über den Auftrag und damit, ob ein Zug oder ein Lkw fährt.“

Vor allem im Schienengüterverkehr wächst der Anteil externer Anbieter: GETEC, SWT, Sachsen Energie, N-ERGIE oder trawa. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die gerichtlich ab Anfang der 2010er Jahre angestoßen wurde. Wettbewerber der DB hatten den Zugang externer Anbieter zum Bahnstromnetz juristisch durchgesetzt und damit ein Markt geöffnet, der zuvor faktisch monopolistisch organisiert war. Laut Integriertem Geschäftsbericht des DB-Konzerns konnte seine Energietochter seit Beginn der Corona-Krise 2020 dennoch Gewinne in Höhe von 412 Millionen Euro erwirtschaften, also in einer Zeit besonders hoher Energiekosten.
Weiterhin als natürliches Monopol agiert die DB Energie GmbH als Betreiberin des Bahnstromnetzes in Deutschland, das auch die externen Anbieter für die Durchleitung des Stroms bis zu den Loks nutzen. Wie sich der Preis für Bahnstrom zusammensetzt und warum die Eisenbahn überhaupt ein eigenes Stromnetz betreibt, erläutern DIE GÜTERBAHNEN im Rahmen ihres Crashkurses „Energie und Bahnstrom“ am Dienstag, 10. März von 10 bis 12 Uhr. Unter folgendem Link kann man sich auch noch kurzfristig anmelden.

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