Schon wieder hat sich die Deutsche Bahn eine grobe Panne geleistet und somit gleich deutschlandweit den Zugverkehr lahmgelegt: Der mehrstündige Ausfall des digitalen Bahnfunksystems GSM-R zur Wochenmitte reiht sich ein in eine Serie von Fehltritten der DB InfraGO, unter der Güterbahnunternehmen seit Monaten, eigentlich Jahren, ächzen. Umso mehr schwindet in der Branche das Verständnis für den aktuellen modus operandi im deutschen Schienenmanagement.
Hierzu erklärt die Geschäftsführerin des Verbandes DIE GÜTERBAHNEN, Neele Wesseln: „Die DB InfraGO als Infrastrukturbetreiberin schlittert von einer Katastrophe zur nächsten und reißt den Schienengüterverkehr mit. Die Unternehmen sind gezwungen, nur noch im Krisenmodus zu agieren. Das beeinträchtigt nicht nur Lieferketten und die Motivation der Angestellten, sondern treibt Kunden zurück auf die Straße. Unsere Mitglieder wollen wissen, wer die Verantwortung für diese verkehrspolitische Rückabwicklung übernimmt.“
Ob das zweiwöchige Chaos rund um Himmelfahrt im Norden, die mangelnde Erreichbarkeit von Fahrplanbüros und Betriebszentralen oder nun der flächendeckende Funk-Ausfall ohne funktionierendes Notfallkonzept: Noch ist unklar, welche (finanziellen) Schäden der Güterverkehr insgesamt durch die jüngsten Verfehlungen der DB InfraGO erlitten hat. Doch längst steht außer Frage, dass der Schieneninfrastrukturbetrieb besser überwacht und gesteuert werden muss, um weitere logistische und finanzielle Debakel zu verhindern.
Wesseln: „Der Eigentümer darf dem Kontrollverlust der DB InfraGO nicht länger tatenlos zusehen. Es ist höchste Zeit für ein unabhängiges Bundesamt für Schieneninfrastruktur (BASchi), das den Infrastrukturbetreiber steuert. Wir fordern den Verkehrsausschuss im Bundestag dringend auf, diese Chaos-Serie ganz oben auf seine Agenda zu setzen und den Handlungsdruck zu erhöhen.“

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