Sie stehen im Schatten – und tragen doch das System Schiene auf ihren Schultern: Deutschlands rund 15.000 Fahrdienstleiter:innen in fast 4.000 Stellwerken. Sie „lotsen“ die Züge sicher durchs Land, koordinieren Begegnungen, Umleitungen und Konflikte – oft unter schwierigen infrastrukturellen Bedingungen. In einer Branche, in der viele Stimmen mittlerweile sagen, dass der Fahrplan kaum noch eine Rolle spielt, steigt der Druck auf die Fahrdienstleiter:innen weiter: Sie müssen immer häufiger in Echtzeit entscheiden, improvisieren und Prioritäten neu sortieren.
Damit ihre Arbeit sichtbar wird, starten DIE GÜTERBAHNEN den Wettbewerb „FDL – Finde Deinen Lieblingslotsen“ – nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr nun zum zweiten Mal.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin der GÜTERBAHNEN, kommentiert:
„Viele Menschen wissen gar nicht, wie anspruchsvoll die Arbeit in einem Stellwerk ist. Fahrdienstleiter:innen steuern keinen einzelnen Zug – sie halten ein Gesamtsystem im Gleichgewicht. Ein Zug kann nicht einfach ausweichen oder spontan bremsen wie ein Auto oder Lkw. Abschnitte, Überholungen, Kreuzungen, Vorrangentscheidungen: All das macht den Schienenverkehr sicher, muss aber im Voraus mitgedacht werden. Gerade deshalb ist diese Tätigkeit so verantwortungsvoll – und gerade deshalb wollen wir sie sichtbarer machen.“
Rückblick: 109 Nominierungen – und ein Gewinner, der zeigte, worauf es ankommt
Bereits im vergangenen Wettbewerb gingen mehr als 100 Nominierungen ein, begleitet von vielen beeindruckenden Geschichten über Kreativität, Geduld und tägliches Engagement auf deutschen Stellwerken. Am Ende gewann Luca Dietmann, Fahrdienstleiter im oberfränkischen Oberkotzau. Dass Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, persönlich zur Preisverleihung kam, unterstreicht die hohe Relevanz des Wettbewerbs und die Wertschätzung, die der Infrastrukturbetreiber der Arbeit seiner Fahrdienstleiter:innen entgegenbringt.
Dietmann entschied nicht nur sicher und schnell. Er nutzte seinen Stellpult wie ein fein gestimmtes Instrument: Kontakt zu Lokführer:innen aufnehmen, wenn sich eine Verspätung ankündigt. Geschwindigkeit drosseln, um Energie zu sparen. Anschlüsse sichern. Ruhe bewahren.
„Sachen, die entschieden werden müssen – und die Spaß machen“, sagte er damals. Sein Engagement überzeugte die Jury. Die Botschaft war klar: Gute Fahrdienstleitung ist unsichtbare Präzisionsarbeit – und der eigentliche Pulsschlag des Systems.
Wer kann teilnehmen?
Der Wettbewerb richtet sich an Triebfahrzeugführer:innen und Mitarbeitende in den regionalen Betriebszentralen, die täglich mit den Mitarbeiter:innen in den Stellwerken zusammenarbeiten. Gesucht werden Fahrdienstleiter:innen, die im täglichen Betrieb den Unterschied machen: mit Überblick, Herz, Geduld, Humor und der Fähigkeit zu entscheiden, was für tausende Tonnen Stahl und Menschen sicher ist.
Wettbewerb 2025/26 – so läuft’s
10. Dezember 2025 bis 08. Januar 2026:
Triebfahrzeugführer:innen und Disponent:innen können ihre „Lieblingslotsin“ bzw. ihren „Lieblingslotsen“ online nominieren.
12. bis 19. Januar 2026:
Das Voting-Tool ist freigeschaltet. Alle Eisenbahnbegeisterten können über ihre Favoritin oder ihren Favoriten abstimmen.
Jury-Sitzung im Januar 2026:
Eine Fachjury aus Gewerkschaften, Infrastruktur- und Verkehrsunternehmen sowie Vertreter:innen der Eisenbahnbranche bewertet die eingegangenen Vorschläge und benennt ihre Favorit:innen.
Februar 2026:
Die Ergebnisse aus Publikums- und Juryvoting werden zusammengeführt. Die Gewinner:innen werden bekanntgegeben und der Hauptpreis wird direkt im Stellwerk des Erstplatzierten überreicht.
Hier geht’s zur Nominierung: https://finde-deinen-lieblingslotsen.de

Leiterin Kommunikation
morling@netzwerk-bahnen.de
+49 30 5314 9147-1
+49 151 555 081 83