Der Expertenrat für Klimafragen hat heute seinen Prüfbericht zu den Treibhausgasemissionen 2025 veröffentlicht und stellt insbesondere im Verkehrssektor ein schlechtes Zeugnis aus: Demnach emittierte der Verkehr 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und überschritt damit seine Klimaziele erneut deutlich. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Emissionen sogar um 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (+1,5 Prozent). Der Verkehrssektor weist damit weiterhin die größte Zielverfehlung aller Sektoren auf. Zwar gehen die Projektionsdaten bis 2030 von sinkenden Emissionen aus, diese reichen jedoch nicht aus, um die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes einzuhalten.
Peter Westenberger, Geschäftsführer der GÜTERBAHNEN: „Wir erleben inzwischen im vierten Jahr in Folge die Rückverlagerung von Güterverkehren von der Schiene auf den Lkw. Das ist kein Zufall, sondern die direkte Folge politischer Untätigkeit und gravierender Fehleinschätzungen. Einen Hochlauf elektrisch betriebener Fern-Lkw gibt es trotz aller Beschwörungen nicht. Und die Regierung verhindert mit Schwächung des Emissionshandels, Tankrabatt und steigenden Trassenpreisen, dass die Schiene attraktiver wird. Die Konsequenzen dieser Politik wird spätestens die nächste Generation tragen müssen, denn sie muss klimapolitisch und wirtschaftlich den neuen deutschen Rückstand bei Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien aufholen. Es sollte jetzt in die eigene Schienen- und Energieinfrastruktur investiert werden, statt neue fossile Abhängigkeiten zu schaffen."
Hintergründe:
Der Schienengüterverkehr ist dem Straßengüterverkehr sowohl bei der Energie- als auch der Klimaeffizienz deutlich überlegen – unabhängig davon, mit welchem Antrieb Lkw unterwegs sind. Ursache dafür ist vor allem die hohe Energieeffizienz der Schiene: Der Kontakt von Stahlrad auf Stahlschiene ist verantwortlich, dass für den Transport einer Tonne Fracht auf der Schiene rund 82 Prozent weniger Energie benötigt wird als auf der Straße. Hinzu kommt, dass der Schienengüterverkehr bereits heute zu rund 95 Prozent elektrisch betrieben wird. Dadurch verursacht er pro transportierte Tonne im Durchschnitt etwa sieben Mal weniger CO2 als der Lkw-Verkehr.
Der Expertenrat für Klimafragen ist ein wissenschaftliches Gremium, das die deutsche Bundesregierung bei der Einhaltung des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) unterstützt und kontrolliert.

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