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Home › Taskforce zuverlässige Bahn: zu kurz gesprungen

Taskforce zuverlässige Bahn: zu kurz gesprungen

Stellungnahme der GÜTERBAHNEN zu ihrer Enthaltung und verpassten Chancen

20.03.2026

Der Abschlussbericht der „Taskforce zuverlässige Bahn“, der in dieser Sekunde vorgestellt wird, bleibt deutlich hinter den Erwartungen der GÜTERBAHNEN zurück, deren Vertreter sich enthielt.

Peter Westenberger, Geschäftsführer der GÜTERBAHNEN: „Ich habe mich heute schweren Herzens enthalten. Der Anlauf stimmte, doch der Sprung blieb hinter den Möglichkeiten. Der Bericht enthält zahlreiche sinnvolle Maßnahmen, aber sie entfalten zu wenig Durchschlagskraft. Wichtiges wurde außen vor gelassen. Damit wurde das volle Potenzial dieses branchenweiten Austauschs für zuverlässigeren Schienenverkehr leider nicht genutzt. Auch politisch bleibt das Thema so unnötig ‚heiß‘.“

DIE GÜTERBAHNEN hatten die Einberufung mit großen Hoffnungen verbunden und die Taskforce-Gruppen durch die Expertise zahlreicher Mitgliedsunternehmen unterstützt. Das hat einige Früchte getragen. Die Stärkung der überregionalen Zugdisposition, einige Maßnahmen zur besseren Anlagenentstörung und einige IT-Maßnahmen sind nur auf den ersten Blick unscheinbar. Bei einigen Themen bissen die Praktiker:innen aber beim Verkehrsministerium und der DB InfraGO auf Granit.

Westenberger: „Der Schienengüterverkehr ist bis in die Corona-Krise gewachsen und konnte Verkehre von der Straße ziehen. Jetzt sorgt neben der schwachen Konjunktur die DB InfraGO für wirtschaftlichen Katzenjammer und Rückverlagerungen auf die Straße.“

Besonders alarmierend ist, dass der Schienengüterverkehr über drei Monate Taskforce im Glauben gelassen wurde, die zwischenzeitlich gestartete Diskussion über die Herausnahme von Zügen in sieben großen Städten werde auf den Personenverkehr beschränkt. Erst heute wurde von DB InfraGO-Chef Dr. Philipp Nagl auf Nachfrage dann eine Einbeziehung auch der Güterzüge bestätigt.

Westenberger: „Wir sehen keinen Spielraum, Züge willkürlich herauszunehmen. Es muss allen klar sein, dass wir nicht zum Spaß eine Märklin-Eisenbahn betreiben. Die Knoten Köln und Mannheim liegen beispielsweise auf der wichtigsten industriellen Achse des Kontinents und der Hamburger Hafen ist für die Industrie bis weit nach Südosteuropa das Tor zur Welt. Schienengüterverkehr funktioniert anders als der Personenverkehr. Wir sind Serviceleister für Industrie, Handel, Militär und auch die Baustellen der DB InfraGO selbst und müssen uns an der Nachfrage orientieren.“

Westenberger hatte als Mitglied der Taskforce sehr transparent in der letzten Woche und in Gesprächen mit der BMV-Spitze noch „essenzielle“ Änderungsbedarfe textlich konkret vorgelegt und diese heute noch einmal – erfolglos – zur Aufnahme in den Text angemahnt:

  • Überprüfung und gemeinsame Konzeption des Bauprogramms der DB InfraGO mit den Verkehrsunternehmen: Die Netzsanierung ist notwendig, aber das zu schlecht geplante Bauprogramm richtet zu große Schäden bei Industrie und Reisenden, bei Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit an.
  • Fristgerechte Übermittlung von baubedingten Fahrplanänderungen durch die DB InfraGO an die Eisenbahnverkehrsunternehmen: Ein erheblicher Teil von Fahrplanabweichungen resultiert aus schlechten und zu späten Baufahrplänen der DB InfraGO.
  • Gemeinsame Festlegung von Zielen zur schnelleren Beseitigung von Störungen: Die überalterte Infrastruktur und auch externe Einflüsse stoppen den Fahrbetrieb ständig. Im Moment hilft nur eine schnellere Störungsbeseitigung.
Ansprechpartner:in
Daniela Morling

Daniela Morling

Leiterin Kommunikation
morling@netzwerk-bahnen.de
+49 30 5314 9147-1
+49 151 555 081 83

PDF PM vom 20. März 2026: Taskforce zuverlässige Bahn: zu kurz gesprungen


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