Die DB InfraGO hat eben die Ursache für den Totalausfall des digitalen Zugfunks GSM-R in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bekanntgegeben. Die transparente Aufklärung ist zu begrüßen, obgleich der entstandene Schaden bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen beträchtlich ist. Und noch immer kämpfen die betroffenen Güterbahnen mit Beeinträchtigungen, vor allem ausgelöst durch fehlende Fahrpläne, die die InfraGO nicht pünktlich zur Verfügung stellt.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin der GÜTERBAHNEN: „Auch am heutigen Freitag besteht der Alltag der Güterbahn-Unternehmen aus Schadensbegrenzung. Dass ein Softwarefehler das System lahmlegt, ist das eine. Dass die InfraGO aber Tage danach nicht in der Lage ist, den blockierten Verkehr durch rechtzeitige Fahrpläne wieder ins Rollen zu bringen, offenbart gravierende Schwachstellen und ist für ein Unternehmen dieser Größe und Bedeutung nur schwer nachvollziehbar. Unsere Züge stehen teilweise noch immer still, weil sie stundenlang auf einen Fahrplan warten. Während für Reisende schnell Taxi- und Hotelgutscheine organisiert wurden, warten die Güterbahnen bis heute auf Signale, wie die InfraGO den entstandenen wirtschaftlichen Schaden abfedern will.
Dieser Ausfall und der Umgang zeigt eines sehr deutlich: Die DB InfraGO braucht dringend ein funktionierendes Krisenkonzept für den Schienengüterverkehr, der nicht qua Verkehrsart das Nachsehen haben darf."
Hintergründe:
Die Güterbahn-Unternehmen erarbeiten zurzeit unter Hochdruck und in Abstimmung mit ihren Kunden Logistiklösungen, um verspätete Waren doch noch an ihr Ziel zu bringen und teure Leerfahrten auf dem Rückweg zu vermeiden. Diese Rettungsversuche laufen jedoch momentan reihenweise ins Leere, da die Unternehmen stundenlang auf einen Fahrplan warten, den ihnen die Betriebszentralen oder Fahrplanbüros der DB InfraGO ausstellen müssen – ohne Fahrplan keine Zugfahrt, ist die einfache Rechnung.

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